Das Mama-Kind-Ausmalbuch im Test: Mama malt, Kind mault?

Von Florina Schwander, 2. Januar 2017

Wenn meine Tochter und ich wertvolle Mama-Tochter-Bonding-Zeit miteinander verbringen wollen, dann setzen wir uns gemeinsam an den Tisch, schlagen die Beine übereinander, trinken Tee aus unseren Porzellan-Tässchen, schnappen uns ein Apfelschnitzchen und malen gemeinsam ein paar Mandalas aus. Möööp, finde die zehn Fehler.

Riiiiiwäind. Nein, ist ja auch klar, die Duchess ist noch nicht einmal drei Jahre alt. Für sie ist die tollste Mama-Tochter-Zeit, wenn wir uns die Nägeli anmalen oder ich ihr die Güetzidose aufhalte, während sie eins nach dem anderen betatscht, um dann das auszuwählen, das am meisten nach Schoggi aussieht.

Wenn sie dann aber mal ein bisschen grösser ist, dann freue ich mich schon auf dieses Buch:

Das Mama-Kind-Ausmalbuch

 

Das neue Buch aus dem Edition-Michael-Fischer-Verlag hat viele verschiedene Ausmalvorlagen (einmal etwas detaillierter für die Grossen, einmal etwas vereinfacht für die Kleinen) zu verschiedenen Themen. Mama, Papa, Oma, Nachbar oder Götti können so Geschichten zu den Bildern erfinden, weiterspinnen oder einfach diskutieren, ob wirklich alle Früchte blau sind.

malbuch-1Die Autorin des Buches, Jasmine Narayan, ist eine amerikanische Kinderpsychologin und fügt zwischen den rund 50 Illustrationen zum Einfärben kurze Kapitel mit Tipps ein, wie man mit seinem Kind beispielsweise über Beziehungen spricht oder schlägt Fragen zu bestimmten Themen vor. Für mich nicht unbedingt nötig und doch schadet es nicht, sich bewusst zu machen, dass für unsere Kleinen nicht alles selbstverständlich ist und man gewisse Themen ruhig bewusst besprechen kann.

Im Alltag sieht unsere Mama-Tochter-Malaction übrigens so aus:

malen

„Liebes Töchterlein, hilfst du mir beim Ausmalen?“
„Näi, wott schniede.“
„Nein, schau, das ist schade, das Buch kannst du nicht zerschneiden. Monsieur b! Stopp, gib das wieder her, das ist zu spitz für dich! Lueg, Duchess, das ist ein Ballon, wollen wir den blau anmalen? Du magst doch Ballons?“
(Vater hinter der Kamera denkt: „Bla, bla, bla“)
„Balloh? Mama, wott Ballon ha!“
„Mäh!“ (Monsieur a will auch Ballon)
„Määäh!“ (Monsieur b auch)
Papa grinst, Foto wird unscharf. So geht das, würde jetzt Philip Maloney sagen und der Mutter seinen Lieblingsdrink einschenken.

«Das Mama-Kind-Ausmalbuch» von Jasmine Narayan, 128 S., ist bei Edition Michael Fischer erschienen und kostet rund 18 Fr., zum Beispiel bei ExLibris. Altersempfehlung 4-6 Jahre.

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