Double Trouble muss nicht sein: Tipps für angehende Zwillingseltern

Von Florina Schwander, 5. Januar 2017

Kürzlich habe ich mein spezielles Stillkissen an eine baldige Zwillingsmama verkauft. Wir haben uns kurz zwischen Tür und Angel unterhalten und ich habe ihr ein paar Tipps mitgeben dürfen/aufgedrängt. Sie war mir sehr sympathisch und ich hätte sie gerne noch mehr zugespammt mit „Hast du das schon“ und „kennst du das und das“.

Noch heute juckt es mich in den Fingern, ich möchte ihr alles mitteilen, was bei uns geklappt hat, was nicht und was sie besorgen sollte, was nicht, und so weiter. Total überheblich und für sie wahrscheinlich gar nicht von Nutzen, weil natürlich alle Kinder unterschiedlich sind, andere Familien anders funktionieren und so weiter. Aber trotzdem will ich hier meine Empfehlungen für angehende Zwillingseltern weitergeben. Ich persönliche funktioniere sehr gut über Tipps aus meinem Netzwerk und war vor der Geburt meiner Jungs froh drum! Und sei es nur, damit ich mir eine Meinung bilden konnte, was ich mal probieren wollte und was auf keinen Fall. (Was sich natürlich dann auch wieder revidiert hat, aber das ein anderes Mal.)

Three week old fraternal, twin baby boys wearing bear bonnets and sleeping in a wicker basket. Shot in the studio on a wood background.

Bild: iStockphoto.com

Tipps für baldige Zwillings-Eltern:

  • Holt euch Hilfe. Diesen Satz habe ich während der Schwangerschaft gefühlt 100x pro Tag gehört. Ich konnte jeweils nicht viel damit anfangen: Was für Hilfe denn? Wie viel? Brauche ich eine 24-Stunden-Nanny? Oder reicht eine grosse Tiefkühltruhe mit Fertig-Menüs? Hier also ganz konkret ein paar Tipps, was genau für Hilfe man sich holen könnte:
    Fragt bei eurer Krankenkasse nach einer Haushaltsunterstützung. Falls ihr diese in Anspruch nehmen könnt, dann fordert die unbedingt ein, vor und/oder nach der Geburt. Der Frauenarzt kann diese verordnen und das kann dann zum Beispiel so aussehen, dass die Spitex euch im Haushalt unterstützt oder ihr einen Beitrag an eure Putzfrau erhaltet. Weiterempfehlen kann ich auch Kombi-Angebote Nanny/Haushalthilfe von Diensten wie Mamiexpress.ch.
    Im Krankenhaus bekommt ihr normalerweise auch gleich eine Verordnung für eine Verlängerung des Wochenbetts und auf Wunsch eine Verordnung für eine Milchpumpe zum Ausleihen aus der Apotheke. (Achtung, fragt speziell danach, dass auch das Zubehör der Milchpumpe verordnet wird, ansonsten müsst ihr das kaufen. Lasst euch beraten von der Hebamme/in der Apotheke.) Stichwort Hebamme: Ich hatte beide Male sehr Glück mit meinen Hebammen, sie haben uns sehr geholfen vor und nach der Geburt. Informiert euch frühzeitig auf hebamme.ch oder fragt in eurem Freundeskreis herum, damit ihr jemanden findet, der gut zu euch passt. (Sehr empfehlen kann ich auch das Konzept der Beleghebamme im Spital Triemli, das geht aber eigentlich nur für Einlinge.) Statt eines Geburtsvorbereitungskurses gibt es nach Wunsch für Mehrlingseltern spezielle Vorbereitungskurse, wie sie sie beispielsweise Drillingsmama Elian Zürcher im Raum Luzern anbietet (mehr Infos: Mehrlingsmanagement).
    Fragt weiter in eurer Familie, wer sich gerne regelmässig engagieren möchte. Wer kann beispielsweise ältere Geschwister bespassen oder die Zwillinge im Wagen spazieren fahren. Fragt ganz konkret und fragt nach der Geburt nochmal. Gleiches gilt für Freunde. Wir haben tolle Unterstützung mehrmals die Woche von meiner Mutter und Freunde bringen regelmässig Essen vorbei oder unternehmen etwas mit der Duchess, ein riesiges DANKE nochmal an dieser Stelle – ihr habt unsere Dankbarkeit auf ewig!
  • A propos Essen: Wir sind schon in der Schwangerschaft auf LeShop umgestiegen. Ich bin immer noch nicht so organisiert, dass ich nach Wochenplan koche und muss immer noch regelmässig ins Coop ums Eck ein paar Kleinigkeiten einkaufen, aber für die schweren Sachen hat es uns extrem entlastet (im dritten Stock ohne Lift). Falls euch Freunde zur Geburt etwas schenken möchten: Fragt ungeniert nach Essen. Seien das Essensgutscheine à la Mosi’s Lieferservice oder Sachen zum Einfrieren oder aber wirklich persönlicher Menü-Bringdienst, uns hat das vor allem in den ersten Wochen sehr geholfen.
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Ich habe schon viel von Tipps aus meinem Netzwerk profitieren können, so auch vor der Geburt meiner Kids, insbesondere der Zwillinge. Ein grosses Dankeschön nochmal an dieser Stelle!

  • Informiert euch. Wie schon erwähnt vertraue ich in vielen Themen auf mein Netzwerk. Als ich also wusste, dass wir Zwillinge erwarten, habe ich alle angezapft, die schon Zwillinge haben. Darunter sogar jemanden, den ich nur einmal kurz beim Kinderarzt getroffen habe und die ich sehr nett fand. Ich habe viele gute Tipps erhalten und es tut heute noch gut, mal kurz über Whatsapp zu klönen oder sich gegenseitig über süsse Fotos zu erfreuen. Weiter habe ich auf Facebook tolle Gruppen entdeckt:
    Mehrlingsflohmarkt Schweiz (geschlossene Gruppe, toller Flohmarkt für Mehrlingseltern)
    Zwillings- beziehungsweise Mehrlingsmami us der Schwyz: Ustusch und Treffe (geschlossene Gruppe, Schwangere und Mehrlingsmamis und -papis tauschen sich aus, sehr nett), genau so: Zwillings-Mehrlingseltern Schweiz
    Zwillinge stillen (geschlossene Gruppe für alle, die ihre Zwillinge stillen. Manchmal etwas Hardcorestillerinnen, aber grundsätzlich gute Tipps zum Tandemstillen, etc.)
    Zwillinge tragen (geschlossene Gruppe, und auch hier, man sollte das Wort Babybjörn nicht erwähnen, ich habe aber auch dort gute Tipps zum Tandemtragen gefunden)
    Tandem Babywearing (die englischsprachige Variante der Tragegruppe macht gute Laune, fast jeder Kommentator schreibt einem erst einmal Mut zu – sehr aufstellend! You go, Mommas!)
  • Eine gute Anlaufstelle sind auch Zwillings- oder Mehrlingsclubs. Ich selber war zwar nie an einem Treffen, habe aber schon Gutes gehört. Diese Clubs vermieten auch spezielle Zwillingssachen, wie beispielsweise eingangs erwähntes Stillkissen, Doppeltragehilfen oder extrabreite Beistellbetten. Ich habe die Broschüren des Zwillingsclubs Zürich bestellt, die kann ich gerne weiter empfehlen. Auch wenn ich vieles von der Duchess her schon kannte, habe ich doch noch einige Tipps mitnehmen können. Hier kann man die Broschüren bestellen und auf der Seite Zwillingseltern.ch gibt es ein PDF mit allen Mehrlingsvereinen in der Schweiz.
  • Nehmt Kontakt auf mit einer Mütterberaterin, oder wie genau der Dienst in eurer Stadt genau heisst. In Zürich gibts pro Quartier verschiedene Anlaufstellen für Eltern, man kann sich Rat holen oder sein Baby wiegen gehen. Ich habe das Angebot schon mit der Duchess sehr gerne benutzt, wenn auch meist „nur“ zum Vermessen. Bei Mehrlingseltern kommt die Mütterberaterin nach Absprache nach Hause, was eine enorme Erleichterung ist. Merci, Frau Urben, falls Sie diesen Post lesen! Hier die Liste aller Mütter- und Väterberatungen in Zürich, ähnliche Angebote gibt es auch in anderen Städten.
  • Double Trouble fürs Portemonnaie – das muss nicht sein. Was ich vorher nicht wusste: Viele Baby-Läden geben Prozente, wenn man Sachen gleich doppelt (oder natürlich drei- oder vierfach!) kauft. Auch Online lohnt es sich, vorher kurz beim Kundendienst nachzufragen, die meisten grossen Babyshops geben Prozente für Mehrlingseltern. Mehrlings-Rabatt gibt es beispielsweise auch bei Milupa für Brei und Aptamil-Milchpulver, man muss einfach die Geburtsurkunde schicken. Andere Firmen wie Bimbosan oder Mam beschenken Mehrlingseltern mit Gratisprodukten oder -mustern. Auf babycenter.de gibt es eine Liste mit Verbilligungen für Mehrlingseltern.

Liste_Nothaves

Weitere Must- und Not-Haves fürs erste Kind habe ich hier aufgelistet:
Diese 10 Dinge braucht ihr vor der Geburt und diese 10 hingegen nicht.

Sodeli, und wer das bis jetzt noch nicht gemerkt hat, ich gebe meine Tipps sehr gerne weiter! Gerne auch persönlichere Fragen, dafür bitte ein Mail an einfachdreifach.blog (at) gmail.com. Ich freue mich!

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