Leserfrage: Wie haben wir als Eltern wieder Sex?

Von Florina Schwander, 14. Februar 2017

Diese Leserfrage ist bitz getürkt, ich gebs zu. Als ich nämlich kürzlich mit der Duchess auf dem Spielplatz war, standen neben mir zwei Mamas, die sich darüber unterhalten haben, wie oft man denn noch so Sex habe, jetzt als Mutter. Während die Duchess mit ihrer Schaukelnachbarin einen Höhenflugwettbewerb veranstaltete, habe ich meine Ohren gespitzt, so fest wies nur ging.

Bild: iStockphoto.com

Während die eine gerne deutlich mehr Action im Schlafzimmer haben wollte, versuchte ihr die andere Tipps zu geben.  Da kamen dann Sachen wie: „Kann die kleine xxx nicht mal bei deinen Eltern übernachten?“ oder „Gönnt euch doch mal eine schöne Massage zusammen“. Als ich dann aber „oder zieh doch mal schöne Unterwäsche an, Strapse oder so“ hörte, habe ich mich ausgeklinkt und der Guten in Gedanken einen Omaschlüpper über den Mund gezogen.

Ganz ehrlich … so einfach ist es nicht mit dem Elternsex!

Natürlich hat sie nicht unrecht, aber ganz ehrlich, so einfach ist das nicht mit dem Elternsex! Klar würden wir uns alle gerne mal eine schöne Massage gönnen oder die lieben Kleinen ausquartieren, aber ganz ehrlich, das mit dem Auslagern, Massieren etc. ist einfacher gesagt als organisiert und wenn ich eh noch zu fett für all meine Kleider im Schrank bin, dann kaufe ich mir lieber ein paar neue Jeans als ein paar passende Strapse. Ganz ehrlich!

Aber gut, zurück zur Frage, wie kriegt man auch als Elternpaar langfristig wieder sein Sexleben auf die Reihe? Ich habe genau einen Tipp und der funktioniert 100-prozentig.

Bereit? Achtung, jetzt kommts.

Man nehme einen Zettel und einen Stift und schreibe die Buchstaben S-E-X in dieser Reihenfolge auf.

So gibts definitiv (mehr) Sex, Schwarz auf Weiss.

Findet ihr auch nicht lustig? Ja, ich weiss.

Ihr seht, die Ausgangslage ist ernüchternd. Stift und Papier, sehr sexy. Gebt jetzt aber noch eine Portion Humor dazu und wir kommen der Sache näher.

Ich glaube, wirklich gute Tipps gibts keine bezüglich (mehr) Eltern-Sex. (Und wenn, dann auch nicht unbedingt von mir …) Natürlich helfen Massnahmen wie „Kinder ausquartieren, Duftkerze anmachen, einen prickelnden Wein einschenken, stimmige Musik auflegen“ etc. Im Endeffekt brauchen wir aber alle ein Alltagsrezept, wie man regelmässig und langfristig zu mehr Schlafzimmeraction kommt – jedes Mal geht die Nummer mit den Kopfweh-Räucherstäbchen und dem billigen Weisswein nämlich nicht. Wir sind alle übermüdet, fühlen uns unsexy und ganz ehrlich, wer braucht noch einen Orgasmus, wenn das Baby doch so süss glucksen kann?

Ich glaube, wenn in einer Beziehung Sex noch nie wichtig war, dann wird auch ein Kind daran nichts ändern. In die andere Richtung hingegen schon. Und irgendwann muss man sich meiner Meinung nach abfinden mit den neuen Ringen um Bauch und Augen und loslegen.

Praktisch in der Praxis

Ich finde also tatsächlich einen praktischen Ansatz nicht schlecht à la Constance „Like a Queen“ Hall:

Warum also nicht wirklich zu Stift und Papier greifen? Ein schlichtes Herz, ein Smiley, let’s do it oder was auch immer euch in die Gänge bringt, und hopp de Bäse. Manchmal muss man seinem Glück auch einfach mal auf die Sprünge helfen. Mal geht das besser, mal schlechter, mal sexy, mal nicht, aber nur so passiert irgendetwas. Ich bin also auch im Schlafzimmer (oder wo auch immer) für elterlichen Pragmatismus und hey, wir haben ja immer noch die Entscheidung zwischen Omaschlüpper oder Strapsen.

 

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