Sonnenschutzmittel für Kinder im Test

Von Florina Schwander, 14. Juni 2017

Bild: iStockphoto

Ein Freund von mir meinte einst, mit mir könne man die Benetton-Werbung aus den Neunzigern nachstellen: Black and White. Letzteren Part hätte ich dann übernommen. Ich bin ein Bleichgesicht und werde schon irgendwann braun, auf dem Weg dahin aber eher rot. So gerne ich also den Sommer und die Sonne habe, ich passe extrem auf bei mir und habe eigentlich immer Sonnencrème dabei. Da auch mein Mann zur Sorte „ich leuchte im Dunkeln“ gehört, sind auch unsere Kinder sehr weisshäutig und bei ihnen bin ich noch strenger mit dem Sonnenschutz. Bei mir bin ich selber schuld, wenns mir doch mal die Nase verbrennt, aber die Kids können sich noch nicht selber schützen, sie sind auf uns angewiesen. Langer Rede kurzer Sinn: Sonnenschutz ist mir total wichtig und deshalb habe ich mich mit Vergnügen durch eine Auswahl an Sonnencrèmes getestet, falls ihr noch auf der Suche nach einem geeigneten Produkt für eure Kinder seid.

Sonnenschutz für Kinder: Ab wann und wie genau?

Die Duchess ist Ende April geboren und in ihrem ersten Sommer war ich unsicher, kann ich an die Sonne mit ihr gehen? Soll ich sie schon eincrèmen? Muss ich mittags wirklich immer zuhause bleiben um die Mittagssonne zu vermeiden? Mittlerweile erleben wir den vierten Sommer und ich habe mich grossomodo an folgende Regeln gehalten:

  • Bis 1: Schatten und lange Kleider. Bis ungefähr Einjährig bin ich mit den Kindern nicht an die direkte Sonne, auch die Mittagshitze habe ich nach Möglichkeit versucht, zuhause zu verbringen. Wenn sie doch mal ihren Mittagsschlaf im Wagen draussen machten, habe ich den gut zugedeckt, aber immer darauf geachtet, dass noch genügend Luft unter den Tüchern durchkommen konnte, sonst staut sich die Hitze zu sehr. Statt Sonnencrème habe ich den Babies lange und luftige Sachen angezogen.
  • Ab 1 Jahr: Nach Möglichkeit Schatten und Sonnencrème. Später bin ich dann noch immer so viel in den Schatten, wie es geht und auch bei den Kleidern ziehe ich ihnen gerne lange Sachen an und zudem schmiere ich sie grosszügig mit Sonnenschutzprodukten ein. Das geht natürlich nicht immer mehr so konsequent, wie das jetzt hier klingt, und grad die Duchess will kurze Sachen anziehen, bis jetzt hatte aber noch keines der drei Kids einen Sonnenbrand, ich werde also so weitermachen.
  • Immer mit Sonnenhut! Grad die Jungs machen sich einen Spass draus, sich gegenseitig die Mützchen auszuziehen, aber ich lasse nicht locker, auch die Duchess hat meist einen Hut auf.
  • Immer und immer wieder. Egal wie wasserfest das Sonnenschutzmittel sein soll, ich schmiere die Kids mehrmals pro Tag ein, auch mit der Menge bin ich grosszügig.
  • Kontrolle beim Hautarzt. Ich habe viele Muttermale und zeige die regelmässig. Letztes Mal habe ich die Duchess mitgenommen und auch ihre paar wenigen Male gezeigt, das war kein Problem und geht bei den meisten Hautärzten in einem zu.
  • Neue Saison, neue Produkte. Ich wechsle die Sonnencrèmes konsequent Ende des Jahres oder der Saison aus.

 

Die Hütchen liegen meist im Wasser und so brav sitzen die Messieurs auch nicht immer im Schatten, aber für ein Streber-Foto hats gereicht.

8 Sonnenschutzmittel für Kinder im Test

Ich habe die getesteten Sonnenschutzprodukte nach eigenem Gutdünken zusammengestellt und noch die Produkte angefragt, die meine Freundinnen benutzen für ihre Kinder. Dazu habe ich noch ein paar Gadgets getestet. Wichtig ist mir, dass die Sonnenschutzprodukte alle keine Duftstoffe und Parabene enthalten, UVA und –B-Schutz und auf zusätzliche Konservierungsstoffe verzichten.

Chemische oder mineralische Filter

Mit Ausnahme von einem Produkt haben alle getesteten Sonnencrèmes entweder rein chemische oder kombinierte Filter, nur die Lotion von Eucerin hat einen rein mineralischen (oder physikalischen) Filter. Letztere sind besser für die Kinderhaut, da sie keine chemischen Filter beinhalten, die wie Hormone wirken können, allerdings sind das dann auch meist die Crèmes, die schlecht einziehen und einen weissen Film auf der Haut hinterlassen. Zudem gibt es meines Wissens mineralische Sonnenschutzmittel nur bis SPF 30 und ich mag eigentlich einen höheren Sonnenschutzfaktor nutzen für die Kinder. Aber mehr dazu im Test.

Getestet habe ich einerseits die Flasche und die Verpackung, andererseits das Auftragen und Einziehen auf der Haut.

Daylong Kids Lotion, SPF 50+

1. Flasche/Verpackung: Die Flasche ist top, ich persönlich mag den Dosierspender von allen getesteten Tuben und Sprays am liebsten, aber das ist sehr subjektiv. Die Tuben und Sprays können die Kleinen eher noch selber aufmachen, den Dosierspender nicht. 6

2. Auftragen/Einziehen: Super, sie zieht wirklich gut und schnell ein, lässt sich gut verteilen, der Hit. Einziger Nachteil: Sie hinterlässt unschöne gelbe Ränder an weissen Shirts oder Bodys, die nicht mehr gut weggehen. (Das ist aber ein generelles Problem bei den Sonnencrèmes, ich habe noch kein gutes Gegenmittel gefunden und bin offen für Vorschläge!) 5.5

Daylong Kids Lotion SPF 50+, 150 ml, ca. 36.90 Fr., erhältlich in Apotheken und Drogerien (Daylong Kids wird für Kinder ab 1 Jahren empfohlen. Davor empfiehlt die Marke Daylong Baby Creme mit ausschliesslich physikalischen Filtern).

Eau Thermale Avène, Spray Enfant, SPF 50+

1. Flasche/Verpackung: Alles gut, grosse Flasche, ich bin einfach nicht Fan von den Sonnenschutzsprays allgemein für Kinder, Lotionen lassen sich besser auftragen, finde ich. Meine Freunde sehen das allerdings anders, das ist also auch subjektiv.* Kleiner Nachteil: Der kleine Deckel des Sprays geht leicht verloren. 5.5

2. Auftragen/Einziehen: Sehr gut, zieht super ein, kein Weissfilm. 6

Eau Thermale Avène, Spray Enfant, SPF 50+, 200 ml, ca. 34.90 Fr., erhältlich in Apotheken und Drogerien

La Roche-Posay, Anthelios Dermo-Kids Technologie Wetskin Gel, SPF 50+

1. Flasche/Verpackung: Grosse Tube, find ich super, einziger Nachteil, kleine Kinder haben sie in Nullkommanix geöffnet und verteilen selber, allerdings eher nicht auf der Haut sondern anderswo. Ist vielleicht aber einfach mein Problem mit den beiden sehr aktiven Messieurs … 5.5

2. Auftragen/Einziehen: Sehr angenehm, klebt nicht, zieht super ein, kein Weissfilm. Kann auch auf nasser Haut verteilt werden. 6

La Roche-Posay, Anthelios Dermo-Kids Technologie Wetskin Gel, SPF 50+, 250 ml, ca. 40 Fr, exklusiv in Apotheken

A-Derma Protect Spray Kids, SPF 50+

1. Flasche/Verpackung: Auch bei dem Spray stört mich der kleine Deckel, den habe ich schon beim ersten Mal auf der Fritschiwiese verloren, ansonsten gut. 5.5

2. Auftragen/Einziehen: Der Sonnenschutzspray lässt sich gut auftragen, es kommt relativ viel und dünn, man kann gut verteilen. 5.5

A-Derma Protect Spray Kids, SPF 50+, 200 ml, ca. 34.90 Fr., erhältlich in Apotheken und Drogerien

Sonnenschutz für Kinder

Daylong, Eau Thermale Avène, La Roche-Posay und A-Derma

Nivea Sun Kids Protect & Sensitive, SPF 50+

1. Flasche/Verpackung: Wieder ein Spray, der Deckel ist aber recht gross, find ich ok. Die typische Nivea-Flasche mit den Fingeraussparungen gefällt mir gut, ist praktisch. 5.5

2. Auftragen/Einziehen: Zieht gut ein, mich dünkt der Spray allerdings etwas klebriger als andere Sonnencrèmes. 5

Nivea Protect & Sensitive, SPF 50+, 200 ml, ca. 19.50 Fr., im Fachhandel (Nivea empfiehlt die Nivea-Kids-Sonnenschutzprodukte für Kinder ab 3 Jahren. Vorher sollten die Nivea-Baby-Produkte angewendet werden.)

Bioderma Photoderm Kid Spray SPF 50 +

1. Flasche/Verpackung: Tip top, allerdings wieder ein kleiner Deckel, gute Grösse. 5.5

2. Auftragen/Einziehen: Im Gesicht zieht der Spray nicht so gut ein, es bleiben weisse Flecken, die hartnäckiger verteilt werden müssen. Am Körper gehts super, vielleicht brauchts einfach eine gewisse Verteilfläche zum Einziehen. 5

Bioderma Photoderm Kid Spray SPF 50 +, ca. 30 Fr., erhältlich in Apotheken und Drogerien (für Kinder ab 3 Jahren)

Vichy Idéal Soleil Anti-Sand-Spray für Kinder SPF 50+

1. Flasche/Verpackung: Mir ist der Deckel beim ersten Herunterfallen der Flasche grad zerborsten und der Spray sprüht aber etwas gar effektiv laut und viel: Die Kids wollen immer selber und sprayen alles voll, nur nicht die gewünschten Körperstellen. Etwas weniger wäre gäbiger. 4.5

2. Auftragen/Einziehen: Der Spray zieht sehr gut ein, nur die Dosierung finde ich etwas schwierig, weil der Sonnenschutz sehr dünn gesprayt ist, ich weiss also nicht wirklich, wie viel schon drauf ist. Der Sonnenschutzspray soll zudem sandabweisend sein. Was das genau ist, weiss ich nicht, immerhin klebt der Spray nicht. Da es im Sandkasten aber meist auch nass ist, bleibt der Sand dann doch hängen, aber da kann der Spray nun wirklich nichts dafür. 5

Vichy Idéal Soleil Anti-Sand Spray für Kinder SPF 50+, 200 ml, ca. 30 Fr., exklusiv erhältlich in Apotheken

Eucerin Kids Micropigment Sun Lotion SPF 30, ohne chemische Filter

1. Flasche/Verpackung: Gute Flasche; einziger Nachteil, Kinder können sie leicht selber öffnen. 5.5

2. Auftragen/Einziehen: Die Sonnencrème von Eucerin ist eine rein mineralische Sonnencrème und das mit dem Weissfilm finde ich mühsam. Ich habe die Anweisungen genau befolgt, Crème tupfenweise aufgetragen, dann zuerst mit der Hand wärmend aufgedrückt, in eine Richtung verstrichen, aber auch dann bleibt am Ende ein leichter weisser Schimmer. Und meine drei Kids sind eher von der ungeduldigen Sorte, keiner wollte so lange hinhalten, bis die Lotion einigermassen eingezogen war. Wem allerdings wichtig ist, dass die Sonnencrème keinerlei chemische Filter hat, der ist sicherlich gut bedient mit der Eucerin-Sonnenschutzlotion. 5

Eucerin Kids Micropigment Sun Lotion SPF 30, 150 ml, 29.90 Fr., erhältlich im Fachhandel

Sonnenschutz für Kinder

Nivea, Bioderma, Vichy und Eucerin

Gadgets

Sowohl mein Mann und ich lieben Gadgets. Er eher von elektronischen Sorte, ich auch jeglichen sonstigen Krimskrams. Bei mir sind das zwei Sonnenschutzmittel im Mini-Format, einmal für die Kids, einmal für mich. Für die Kleinen habe ich immer eine kleine Flasche von Eau Thermale Avène mit dabei, die passt sogar in die kleine Handtasche. Ich bin zudem Fan der neuen Gesichtsprays. Diese Sprays verschiedener Marken sind klein, haben meist SPF 50 und schützen und erfrischen zugleich. (Einen ausführlichen Testbericht gibts auf www.sonrisa.ch.)

Der UV-Patch von La Roche-Posay hilft zusammen mit einer App, den Sonnenschutz richtig zu wählen. Der Liebste hat fleissig seinen Patch fotografiert und einige Geduld mit der App bewiesen und auch die Duchess wollte das Kleberli testen. Verlassen würde ich mich nicht auf den Patch, aber wenn man so spielerisch einen grosszügigen Sonnenschutz unterstützen kann bei sich und den Kids: Unbedingt!

Eau Thermale Avène, La Roche-Posay Gesichtsspray und UV-Patch

Kleine Sonnencrème von Eau Thermale Avène, Réflexe Solaire for Children, SPF 50+, 30 ml, ca. 16.90 Fr., erhältlich in Drogerien und Apotheken
Transparentes Gesichtsspray Anthélios von La Roche-Posay, SPF 50+, 75 ml, ca. 17.50 Fr., erhältlich in Apotheken
Den UV-Patch kann man kostenlos auf www.laroche-posay.ch bestellen, solange Vorrat.

Der Kleber-Patch ist genau so cool wie ein Abzieh-Tattoo.

* Spray oder Lotion: Die meisten der hier vorgestellten Sonnenschutzsprays gibt es übrigens auch in Lotion-Form, wem das lieber ist. Allerdings gibt es auch Studien, die besagen, dass man bei Kindern eher Lotionen nutzen soll als Sprays, da diese oft Nanopartikel beinhalten. Diese können durch die Atemwege bei den Kleinen in den Körper gelangen und dort Schaden anrichten.

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