Buch-Tipp mit Einrichtungsideen für Familien

Von Florina Schwander, 21. Juni 2017

Meine Freundin Sabine hat Geschmack. Sie ist auch sonst eine tolle Frau, aber als ich das erste Mal das Kinderzimmer ihrer Tochter gesehen habe, da dachte ich: „Hier möchte ich wohnen, sollte ich als Kind wiedergeboren werden!“ So gemütlich, stylisch und persönlich zugleich, ich war hin und weg. Ideen und Inspration für Ihre Wohnung inklusive Kinderzimmer hat Sabine unter anderem von Marion Hellweg bekommen, deren neues Buch sie nun für uns genauer vorstellt.

So wohnen wir: Kreative Einrichtungsideen für Familien

Grundsätzlich fand (und finde) ich den Spagat zwischen Einrichtung prä Baby und Einrichtung post Baby durchaus diffizil: Ich möchte die Bedürfnisse meiner Tochter befriedigen und natürlich soll sie sich ausleben, spielen, malen, lesen dürfen. Dennoch habe ich, nennen wir es mal, Anpassungsschwierigkeiten, denn ich möchte nicht, dass sich unsere komplette Wohnung in ein riesen Spiel- und Kinderzimmer verwandelt.

Wer sich mit dem Thema Einrichtung also nicht ganz so leicht tut, zieht am besten jemanden zu Rate, der sich damit richtig gut auskennt und noch viel bessere Tipps parat hat. In meinem Fall ist das Marion Hellweg: Die in München lebende Stylistin und Inneneinrichterin war jahrelang Chefredaktorin im Bereich Wohn-Magazine; ihr umfangreiches Know-how gibt sie aber nicht nur persönlich weiter, Marion schreibt auch inspirierende Einrichtungsbücher. Ihr neuestes Buch „So wohnen wir: Kreative Einrichtungsideen für Familien“ stellt acht Familien und ihre Wohnungen oder Häuser vor. In weiteren acht Kapiteln zeigt das Buch verschiedene Einrichtungs- und Dekoideen auf; vom Babyzimmer über die Weiterentwicklung zum Klein- und Schulkindalter bis hin zum Reich für autonome Teenager finden sich tolle Anregungen zu passenden Betten und Schreibtischen, Spiel- und Kuschelecken oder zur Wandgestaltung. Und die wunderschönen Bilder zeigen: Kind und Kegel unter einen Interior-Hut bringen – ja, das geht! Und auch hübsche Stauraumlösungen werden gezeigt. (Meine persönlichen Favoriten zum Thema Stauraum gibts am Ende des Texts.)

Tipps von Marion Hellweg

Für Euch hat Marion Hellweg mir zudem ihre Tipps und Tricks für ein schön eingerichtetes, aber ordentliches Zuhause gegeben:

Marion Hellweg mit ihrer Familie

Liebe Marion, Kinder haben und Ordnung halten – für viele eine Sysiphus-Aufgabe. Wie beherrscht man trotz wirbeligen Kindern und ausufernden Lego-Sammlungen das Chaos?

Marion Hellweg: Indem man es gar nicht erst zum Chaos verkommen lässt! Viele lassen alles den ganzen Tag über liegen, alles wird immer unordentlicher und dann am Ende des Tages (wo dann eh schon alle müde sind und keinen Bock mehr haben, aufzuräumen) steht eine riesen Aufräumaktion an. Klar, dass da jeder „puh!“ sagt. Darum folgender Tipp: Die Kinder sollten erst das, was sie zum Spielen ausgeräumt haben, wieder aufräumen, bevor sie ein neues Spiel beginnen. So behalten nicht nur Eltern den Überblick über ihre häusliche Ordnung, sondern die Kinder auch den Überblick über ihre Spielsachen. Ich persönlich arbeite gerne mit unterschiedlichen Spielkörben: Die Kinder können einen Spielkorb rausziehen, damit spielen; wenn sie keine Lust mehr darauf haben, wird alles wieder in den Korb gepackt und der nächste Korb herausgezogen. Das funktioniert auch prima mit Spielkoffern, Boxen, Spielsäcken und anderen Aufbewahrungsmöglichkeiten.

Dein liebstes DIY-Projekt, das man auch als mässig begabter Heim- und Handwerker easy-peasy umsetzen kann?

Die selfmade Garderobe: Einfach ein paar Knöpfe (zum Beispiel aus Holz oder Messing) an die Wand bohren und Jacken und Taschen daran aufhängen. Funktioniert im Flur genauso wie im Kinderzimmer. Wer mag, malt etwas passendes darunter und setzt die Knöpfe anschliessend darauf. Im Gang könnte das zum Beispiel eine Tapete mit nordischem Birken-Motiv von Cole & Son sein und auf die Äste kommen dann kleine schwarze Haken.

Was sind die grössten Einrichtungsfehler, die Eltern machen?

Einrichtungsfehler hinsichtlich Möbelkauf gibt es an sich nicht, denn das ist ja Geschmackssache. Ich kann einfach allen nur dazu raten, genügend Stauraum einzuplanen, damit Dinge schnell aus dem Blickfeld verschwinden können, wenn man sie nicht mehr braucht. Und es ist beim Kinderzimmer wichtig, dass genügend Spielfläche vorhanden ist, damit sich Kinder beim Spielen entfalten und ausbreiten können. Also lieber ein Hochbett integrieren, damit genügend Fläche bleibt, als ein Bett mit Schubkästen darunter (trotz Stauraum), wenn es zu viel Platz einnimmt.

Ideen für Stauraum

„Ordnung braucht nur der Dumme, das Genie beherrscht das Chaos!“ Tja, was für Albert Einstein funktioniert, scheint bei mir ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Mag daran liegen, dass ich a) kein Genie bin, b) der innere Monk in mir äussere Ordnung braucht, um zur inneren Ordnung zu finden oder c) mein 3-jähriger Wirbelwind ihrem Vater sehr ähnlich ist – denn beide neigen zur „Häufchenbildung“. Kennt ihr, oder? Wie also dem Durcheinander entgegenwirken? Stauraum heißt das Zauberwort, das für mich ungefähr so ansprechend klingt wie eine Wurzelbehandlung. Aber es führt kein Weg dran vorbei, denn meine Tochter hält – wie sicherlich viele Kinder – nichts davon, in ihrem Zimmer zu spielen. Herumfliegendes Spielzeug „ziert“ also vornehmlich unser Wohnzimmer. Das gilt es regelmässig hübsch zu verräumen, ohne dass das ehemals skandinavisch-minimalistisch eingerichtete Wohnzimmer einem Kinderzimmer immer ähnlicher wird.

Ich greife dabei, wie von Marion Hellweg auch empfohlen, am liebsten zu Körben und Boxen. Je nach Einrichtungsstil und eigenem Geschmack gibt es die unterschiedlichsten Varianten, aus Holz, Stoff oder Korbgeflecht, unifarben oder bunt – ich persönlich mixe ganz gerne. Meine Favoriten:

 

Flisat“ Spielzeugwagen, 29.95 Fr, „Knagglig“ Holzkiste, ab ca. 6 Fr., beides von Ikea, handgefertigter Korb aus Palmenblättern mit bunten Pom Poms, um 44 Euro, über supercale.de, Stoffkörbe von Done by Deer, zum Beispiel über Kleine Fabriek, ab 10 Euro

«So wohnen wir: Kreative Einrichtungstipps für Familien» von Marion Hellweg, 168 S., Hardcover, ist bei DVA erschienen und kostet bei Ex Libris 32.70 Fr.

Text: Sabine Vaas, Bilder: zVg

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