Wein(en) woanders: 10 Ideen für Familienferien im Elsass

Von Florina Schwander, 28. Juli 2017

Unsere ersten Ferien als Familie führten uns schon nach der Geburt der Duchess ins Elsass. Mit ihr verbrachten wir ein paar Tage in Sélestat, als sie gut vier Monate alt war. Mit den Jungs „wagten“ wir die erste richtige Reise etwas später. Als die beiden 15 Monaten alt waren, fuhren wir wieder ins Elsass.

Ein Foto aus dem Zentrum von Thann mit schönem Wetter, malerischem Kopfsteinpflaster und einer feinen Boulangerie. Eltern sehen: Schatten, Einschlafhilfe und Zvieri.

Eine Freundin umschrieb Ferien mit einem Kleinkind einmal sehr treffend als „Wickeln mit Aussicht“. Fürs Elsass habe ich die Aussage noch etwas angepasst: „Wein(en) woanders“. Ferien mit Kleinkindern sind bekanntlich nicht unbedingt das, was man früher unter Ferien verstand. Ich versuche jeweils den Zeitpunkt zu erwischen, wo die Urlaubszeit zumindest nicht anstrengender wird als zuhause, gleich streng finde ich völlig ok. Wenn schon wickeln, dann immerhin mit Aussicht. Und wenn schon weinende Babys herumtragen, dann gerne auch mal woanders.

Falls jemand also Lust auf Wein(en) und/oder Wickeln woanders hat, hier sind 10 ganz persönliche Tipps und Ideen für einen Familienausflug ins Elsass.

Familienferien im Elsass

  • Wohnen: Als Familie wohnen wir bis jetzt am liebsten in Ferienwohnungen. Auf Airbnb suche ich gezielt nach familienfreundlichen Angeboten und hatte bisher immer Glück, es gab meist sogar Gitterbettchen, Hochstühle und Spielsachen. Empfehlen kann ich sowohl die kleine Dachwohnung in Sélestat, in der wir mit der Duchess waren (Achtung, kein Lift!), als auch die Wohnung auf dem ehemaligen Bauernhof in Hartmannsweiler, da waren wir zu fünft.

Beim Znacht den Störchen zuwinken, die über den Hof heimfliegen: Eine Freude für Gross und Klein gleichermassen.

  • Essen: Ausser mittags mal spontan unterwegs waren wir nie im Restaurant mit allen fünf, so gross war unser aller Courage nicht. Wir haben entweder selber gekocht oder feines Take-Away-Essen geholt, das gibt es ja in Frankreich zur Genüge. Und ist es draussen heiss, sind die riesigen Super-Us, Carrefours und Leclercs ganz praktisch für kleine Kids, da sie schön kühl sind.
  • Mitnehmen: Eine grosse Portion Nonchalance. Als wir mit der Duchess im Elsass waren, habe ich noch gestillt. Ich habe zwar nie doofe Kommentare gehört, habe mich aber selber unter Druck gesetzt, wenn ich zur gegebenen Zeit nicht auf die Schnelle ein schattiges, einsames Bänkli gefunden habe, wie ich sie zuhause meist kannte. Ein grosses Tuch und viel Gelassenheit (in unserem Fall hauptsächlich vom Liebsten) haben geholfen.

Ein Highlight für mich: Ein einsames, schattiges Bänkchen, umgeben von hunderten von Dahlien im Jardin du Dahlia in Sélestat. Unbedingt hingehen, zum Stillen oder nicht.

  • Unternehmen: Ich bin oft skeptisch bei Orten mit Tieren in Gefangenschaft. Der Affenberg in Kintzheim ist also sicher nicht für alle ein Vergnügen, doch für Kinder ein einmaliges Erlebnis, inbesondere für etwas ältere.
  • Gut zu wissen: Spielplätze nennt man in Frankreich „aires de jeu“. Habe ich anfangs nichtsahnend nach „places de jeu“ gefragt, wie ich mein welscher Mann auch nennt, haben uns die netten Leute meist auf den Parkplatz am Ende des Dorfes geschickt. Unsere Top 3 Spielplätze: Kaysersberg (am oberen Ende des Dorfes, Rue 18 Décembre), Müllhausen (Parc Steinbach) und der grad neben unserem Haus in Hartmannsweiler, das war pures Glück.

Ein Anblick für die (Eltern-)Götter: Der Spielplatz in Kaysersberg mit Picknickmöglichkeit und frischem Wasser!

  • Unternehmen: Der Storchenpark bei Hunawihr ist ein wahres Bijou für Gross und Klein. Der Park ist weitläufig und man kann Stunden darin verbringen, immer mal wieder etwas entdecken oder einfach den vielen Störchen und sonstigen Vögeln beim fedrigen Alltag zuschauen.

Im „Naturoparc“ werden unter anderem Störche aufgezogen. Die eleganten Vögel sind allgegenwärtig im Elsass und eignen sich bestens zum Zeitvertrieb beim Autofahren. Wer den ersten Storch sieht, darf ein Glacé haben …

  • Gut zu wissen à propos Glacés: Eis gibts oft in Patisserien oder Bäckereien. Wir haben anfangs vergebens Kioske, Gelaterias oder ähnliches gesucht in kleinen Dörfern, bis wir herausgefunden haben, wo es Glacés gibt. Mitnehmen: Minivokabolar für Zwillinge
  • Unternehmen: Ich liebe (Super-)Märkte. Wenn ich im Ausland bin, gehe ich wann immer möglich sowohl auf einen Markt als auch in einen Supermarkt. Beides gehört für mich zum Sightseeing dazu. Seit unserem ersten Besuch im Elsass google ich neu nicht mehr nur nach Wochenmärkten in der Umgebung, sondern auch nach Dorffesten. Wir sind damals zufällig an irgendein Weinfest gelangt und das war so ein lustiger Abend, dass wir das nach Möglichkeit immer wiederholten. Im Elsass gibt es zig Gelegenheiten dazu, es gibt Weinfeste, Bier- und Münsterfeste, und so weiter und so fort. Am besten googelt man nach Ort und Datum, dann findet man die verschiedenen Angebote, www.tourisme-alsace.com listet auch einige.
  • Unternehmen: Der Bergsee bei Kruth-Wildenstein war ein Tipp unserer Vermieter und hat uns super gefallen. Der Stausee in den Vogesen bietet für alle etwas. Für uns hat Füsse abkühlen schon gereicht, man könnte unter anderem noch Rad oder Kanu fahren und es gibt sogar einen Abenteuerpark für grössere Kinder.

  • Mitnehmen: Flaschenöffner. Das Glas Riesling abends hat mir noch nirgends so gut geschmeckt wie in unserem wunderschönen Innenhof in Hartmannsweiler, wenn dann endlich alle drei Kinder selig geschlafen haben. Schon nur deswegen würde ich immer wieder wegfahren, auch mit kleinen Kindern, wickeln und weinen inklusive.

Kommentare