Leserfrage: Wie weg von den Windeln?

Von Florina Schwander, 27. October 2016

Das Bild ist mit Humor zu betrachten; jegliches Belehren liegt mir fern. Nur der rote Kopf, der stimmt schon ab und zu … (Bild: St. Paul Pioneer Press/MCT via Getty Images)

Leserin Nati fragt per E-Mail:

Hallo Florina,

Deine Tochter ist 2.5 Jahre alt, ist sie schon trocken oder wie macht ihr das mit dem Töpfchen? Meine ist jetzt zwei und ich möchte sie bald weg von den Windeln bringen. Danke für Tipps!

Meine erste Frage! Ich freue mich sehr. (Und auch über jede weitere: gerne über Social Media oder einfachdreifach.blog (at) gmail.com.) Danke, liebe Nati, für den Anstoss, zur Zeit ist das Thema bei uns in der Tat sehr aktuell. Mit drei Kindern unter drei Jahren wollte ich die Älteste so schnell wie möglich aus den Windeln kriegen. Allerdings bin ich der Meinung, dass man beim «Potty Training», wie es auf Englisch heisst, nichts wirklich trainieren kann. Ein Kind geht aufs WC oder aufs Häfi, wenn es von der Entwicklung her so weit ist, vorher bringt alles Training nichts – ausser nasse Hosen.

Unser Häfi-Eckchen im WC mit anregendem Flussfoto 😉

Ich wollte im Sommer mal herausfinden, wie gross das Interesse meiner Tochter am Töpfchen schon ist – sie war damals knapp 2.5 Jahre alt. Ich habe bemerkt, dass sie es vor allem spannend findet, wenn andere Kinder aufs WC gehen. Mit uns geht sie eh schon länger aufs Klo … Ich habe ihr dann immer mal wieder erklärt, was wir jetzt gerade tun und dass sie das dann auch irgendwann so machen könne, wenn sie es denn wolle – ohne jetzt hier in irgendwelche Details gehen zu wollen.

Weiter habe ich ihre Töpfchen-Umgebung so angenehm wie möglich mit Buch, Teppich und Fotos gestaltet. Dann habe ich ihr Unterhosen gekauft – in ihrer Lieblingsfarbe Rosa. (Warum genau rosa ist mir schleierhaft, doch das ist ein anderes Thema.) Diese wollte sie von da an sofort anziehen. Ohne Druck habe ich ihr erklärt: Entweder Windeln oder Unterhosen, beides brauche sie nicht. Zwei Wochen lang wollte sie noch Windeln anziehen, dann eines Morgens wählte sie die Unterhosen und meldete ihr erstes Bisi an. Dieses und alle weiteren erledigt sie seither auf dem Topf oder direkt im Klo.
Ich bin der festen Überzeugung, dass sie schon sehr lange wusste, wie das mit dem Häfi funktionieren würde, und sie sich im Endeffekt wegen den Unterhosen dazu entschlossen hat, ihr Geschäft nun dort zu verrichten. Wir gehen zudem regelmässig, bevor wir aus dem Haus gehen und wenn wir wieder heimkommen, konsequent aufs WC. So verhindern wir überstürzte WC-Suchen oder ungemütliche Bisis hinter irgendwelchen Sträuchern.

Die Windel beim Mittagsschlaf haben wir ungefähr drei Wochen später entsorgt, in der Nacht allerdings trägt sie sie noch. Sie sind zwar meist trocken am Morgen, aber die will sie noch nicht abgeben und dann ist das auch ok so. Mittlerweile geht sie auch lieber direkt aufs WC mit einem Aufsatz, das Töpfchen haben wir schon wieder weggeräumt.
Als kleines Goodie darf sie übrigens bei jedem ungeraden Mal (sie verlangt es nicht immer) einen Sticker aufkleben, weil sie das so gut macht ohne Windeln!

Die Belohner-Kleberlis haben gute Unterstützung geleistet

 

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